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Der Schlüssel-Faktor Mensch im Zeitalter der digitalen Transformation am Beispiel von Google und Photo-Porst

Ich verfolge nun seit mehr als 20 Jahren die Entwicklung des digitalen Vorreiters weltweit – Google.

Google hat in den letzten 2 Jahrzehnten wie kein anderes Unternehmen in seine Technologie und die Digitalisierung investiert.

Das Hauptprodukt, die wohl jedem bekannte Suchmaschine, benötigt auf den ersten Blick dem Anschein nach keinen menschlichen Faktor.


Dennoch investiert Google massiv in seiner Mitarbeiter: Durch sogenannte „Thinking Rooms“ und die Möglichkeit, 20% der Arbeitszeit für kreative Prozesse und neue Projekte zu verwenden, wird den Mitarbeitern persönlicher Freiraum gewährt. Selbst die Grundversorgung der Mitarbeiter ist mit täglich 213.000 Speisen und Getränken weltweit bestens gewährleistet. Regelmäßige Schulungen sowie Fortbildungen garantieren zudem eine stetige Weiterentwicklung des Personals.

Ausgerechnet der digitale Vorreiter hat für sich also eindeutig erkannt, wie enorm wichtig der Faktor Mensch ist. Doch warum ist das so?


Warum soll ich als Unternehmer bei all diesen technischen Fortschritten noch reale Menschen einstellen? Maschinen brauchen keinen Urlaub, werden nicht so häufig krank, scheinen keine Fehler zu machen und produzieren keine zwischenmenschlichen Konflikte. Computer sind zudem effizienter und fordern keine Gehaltserhöhung.


Ganz einfach: weil der Mensch Kernkompetenzen besitzt, die kein Computer und keine Maschine dieser Welt ersetzen können. Kreativität, Emotionalität, Empathie, Sozialkompetenz, Selbstmotivation – kurz: emotionale Intelligenz. All dies hat keine Maschine.

Die Mehrheit der Unternehmer ist heutzutage nur an „höher, schneller, weiter“ interessiert. Kostenreduzierung, Quartalsergebnisse und Gewinnmaximierung stehen anstelle der Mitarbeiter im Mittelpunkt. Wenn wir jetzt nicht handeln, werden immer mehr Menschen durch Maschinen ersetzt.


Ein weiteres Beispiel hierfür sind die Photo-Porst-Filialen. 2001 waren es noch über 800 Geschäfte mit 12.000 Mitarbeitern. 1 Jahr später wurde Insolvenz für alle Filialen angemeldet. Wie konnte so etwas passieren? Drei Topmanager sagten mir noch im März 2002 persönlich: „Herr Wolfarth wir geben der digitalen Fotografie keine Zukunft“. Die Topmanager haben einfach nicht rechtzeitig erkannt, was die Zukunft mit sich bringt.


Aus genau diesen Gründen bin ich in den letzten 20 Jahren bewusst einen völlig anderen Weg gegangen. Für mich gilt: Gewinn ist immer nur als Nebenprodukt zu sehen. Der Mensch ist der Mittelpunkt eines jeden Unternehmens.

Aufgrund meiner langjährigen beruflichen Erfahrung bin ich fest davon überzeugt, dass wir alle, das heißt Unternehmer, Führungskräfte, Angestellte wie auch Privatpersonen, gemeinsam ein Umdenken bewirken können und müssen.

Indem wir die richtigen Schlüsse aus der digitalen Transformation ziehen, können wir gemeinsam als Gewinner hervorgehen und dem massiven Verlust von Arbeitsplätzen entgegenwirken.