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Erfolgreiches Krisenmanagement in zeiten von "Corona"

Die Corona-Krise und ihre Folgen, trafen Unternehmen sämtlicher Branchen. Wir fuhren mit unserer Wirtschaft mit Tempo 250 km/h und plötzlich traf uns ein Blitz aus heiterem Himmel. In der Finanzkrise 2008 warnten uns im Vorfeld Experten, nur jetzt kam dies binnen von wenigen Wochen vollkommen überraschend.

Die Corona-Krise hat einen anderen Charakter als bisher bekannte Krisen, ausgelöst durch eher regionale Naturkatastrophen oder die Finanzkrise, die primär die Finanzwirtschaft und den Immobiliensektor betraf. Die Corona-Krise lässt die weltweiten Lieferketten zusammenbrechen und legt das öffentliche Leben zumindest teilweise lahm. Zudem sind ihr weiterer Verlauf und ihre mittel- und langfristigen Folgen nur sehr bedingt vorhersehbar und kalkulierbar.

Deshalb ist in der Corona-Krise auch ein teils anderes Reagieren als in „normalen“ Krisen nötig. In ihr müssen die Unternehmen permanent prüfen, ob ihr geplantes Krisenmanagement noch den Erfordernissen entspricht und ihre Maßnahmenpläne gegebenenfalls ändern. Sie müssen in der Krise sozusagen agil agieren.


Dessen ungeachtet sind auch in der Corona-Krise folgende elementaren Bestandteile des klassischen Krisen-Managements nötig:


1. Die Krisen-Situation so schnell wie möglich wahrnehmen und zu 100 Prozent akzeptieren:

Je früher das Top-Management eines Unternehmen anerkennt „Wir befinden uns in einer Krise, die mittel- oder langfristig unsere Existenz gefährdet“, umso eher kann es die erforderlichen Gegenmaßnahmen ergreifen, um zu verhindern, dass aus der Krise eine Katastrophe wird.


2. Das Worst-Case-Szenario klar definieren und im Top-Management besprechen:

Was ist das Schlimmste, was passieren kann? Wenn der Fall eintritt, wie erhalten wir dann unser Business? Welche Optionen haben wir dann? Es ist ein wichtiger Schritt, der Gefahr ins Auge zu sehen und zu überlegen, welche Optionen man hat. Dieser Business Continuity Plan ist so elementar wichtig. Zudem ist entscheidend alles durchzuspielen, ob das Unternehmen alle technischen und organisatorischen Voraussetzungen besitzt das Worst-Case-Szenario umzusetzen. Durch die Auseinandersetzung mit dem Worst-Case gewinnt das Management-Team Realismus, Stärke und Zusammenhalt.


3. Einen operativen Krisen-Plan erstellen:

Was können wir jetzt tun, um die Kosten zu senken und die Liquidität zu sichern? Wie können wir die wichtigsten Prozesse aufrechterhalten? Womit können wir aktuell Geld verdienen? Wie können wir unsere Arbeitsplätze möglichst lange erhalten? Mit welchem Szenario schaffen wir es schnell wieder unser Business hochzufahren? Es geht um oft harte, aber wirksame Schritte, die kurzfristig umgesetzt werden können.


4. Offene und ehrliche Kommunikation:

Die Geschäftsleitung muss umgehend eine persönliche Kommunikation (notfalls in einer Webkonferenz) mit den Mitarbeitern führen – und klar die Botschaft kommunizieren „Wir stehen unmittelbar vor einer Krise, die von uns allen harte Entscheidungen und Maßnahmen erfordert, wie z.B. Kurzarbeit ab dem nächsten Monatsersten. Zugleich muss die Geschäftsleitung aber auch Zuversicht für die Zukunft ausstrahlen „Wir werden die Krise meistern, wenn wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen und Solidarität zeigen und konsequent leben“. Am besten illustriert an Beispielen von Krisen, die das Unternehmen selbst oder andere Unternehmen in der Vergangenheit bereits gemeistert haben.


5. Die aktuellen Produkte/Dienstleistungen an veränderte (Markt-)Situation anpassen:

Die durch Krisen ausgelösten Auftrags- und Umsatzeinbrüche können ggf. teilweise durch modifizierte Angebote, oder neue Produkte oder Dienstleistungen aufgefangen werden. In meinem Fall sprechen wir unsere Kunden an, ob diese nicht die Zeit der geschlossenen Ladenlokale für kleine Umbaumaßnahmen nutzen wollen, welche bereits für 2020 geplant waren. Was für mich ein No-Go darstellt, ist es in der nachrangigen Lieferkette befindliche Dienstleister zu deren finanziellen Unterstützung meines Unternehmens aufzufordern bzw. zu zwingen.


6. Präsent sein und Menschlichkeit zeigen:

Ganz speziell in Krisenzeiten muss die Geschäftsleitung Präsenz zeigen, auch indem sie sich stärker mit dem Tagesgeschäft befasst als in normalen Zeiten. Gerade in Krisenzeiten wünschen sich Mitarbeiter ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Zukunftsängste. Sie brauchen Orientierung und Halt durch Persönlichkeiten, die erkennbar Verantwortung übernehmen und Entschlossenheit, Zuversicht und Vertrauen ausstrahlen.


7. Den Zukunftsblick bewahren:

Stecken Unternehmen in einer existenziellen Krise, dann sind meist viele Akut-Maßnahmen wichtig und dringlich. Entsprechend groß ist die Gefahr, dass die Führungskräfte zu reinen Krisenmanagern werden und dabei den Zukunftsblick verlieren. Zudem ist häufig Angst ein lähmender Faktor. In der Krise wird stets auch der Markt zum Teil neu strukturiert – zum Beispiel, weil die Kundenbedürfnisse und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sich wandeln oder weil Mitbewerber vom Markt verschwinden oder ihre Strategien ändern. Deshalb müssen die Top-Manager von Unternehmen als deren Köpfe stets auch die Zeit nach der Krise soweit möglich gedanklich vorwegnehmen, denn nur dann können sie die Chancen, die sich aus jeder Krise auch ergeben, aktiv nutzen und so die Existenz sowie den Erfolg ihres Unternehmens langfristig sichern. In jeder Krise steckt auch eine Chance. Wer dies erkennt wird langfristig und nachhaltig als Gewinner hervorgehen.


Ich schaue zuversichtlich in eine Zeit nach der Krise und möchte Ihnen dabei helfen, diese Zeit bestmöglich zu meistern.



#strongtogether #sharingiscaring


Herzliche Grüße & bleiben Sie gesund!

Gerold Wolfarth